Rezension | Der Buchhalter von Auschwitz von Reiner Engelmann


Inhalt

Oskar Gröning ist 21 Jahre alt, als er als überzeugter SS-Mann nach Auschwitz abkommandiert wird. Seine Aufgabe besteht darin, die Wertsachen der Häftlinge zu verwalten. Obwohl Gröning von der Ermordung der Menschen weiß, rechtfertigt er seine Arbeit damit, dass er nicht unmittelbar an den Tötungen beteiligt ist. In einem der letzten großen Auschwitz-Prozesse wurde Oskar Gröning wegen Beihilfe zum Mord an 300.000 Juden verurteilt. Reiner Engelmann hat seine Lebensstationen anhand von Interviews und Gerichtsprotokollen aufgeschrieben – ein wichtiger Beitrag über eine verführte Jugend, versäumte Gewissensentscheidungen und ein Leben mit Schuld.

Meine Meinung

Ich weiss beim besten Willen nicht, wie ich dieses Buch am besten darstellen oder zusammenfassen soll. Natürlich lernen wir in der Schule, was während dem zweiten Weltkrieg passiert ist! Natürlich wissen wir zum Teil schon was in Auschwitz passiert ist und doch werden uns die Fakten und Zahlen hoffentlich noch sehr lange im Gedächtnis bleiben. 

Wer ist schuld? Ab wann ist man schuldig? Eine sehr schwierige Frage, die auch in diesem Buch indirekt besprochen wird. Ist man schuldig, wenn man alles miterlebt, aber wegschaut? Ist man schuldig, wenn man eigentlich nicht direkt gemordet hat, aber im Hintergrund doch zum Bestehen der Anlage gesorgt hat? Oskar Gröning ist jahrzehntelang von seiner Unschuld überzeugt und doch stellt er genau diese am Ende seines Lebens noch einmal in Frage.

Die meisten Bücher über den 2. Weltkrieg sind aus der Sicht der Opfer oder Helfer geschrieben. Oskar Gröning war damals jedoch überzeugter SS-Soldat, was den Blickwinkel der Geschehen natürlich drastisch verändert. Teilweise wurde mir beim lesen fast schon schlecht! Alles wird so trocken geschildert, als wären alle diese Opfer keine richtig Menschen. Immer wieder musste ich für einen Moment innehalten um selber zu realisieren, was ich da überhaupt gerade gelesen hatte. Persönlich weis ich nicht, ob das wirklich etwas für 13. Jährige Jugendliche ist, kann das aber natürlich nicht wirklich beurteilen.

Fazit

Beim Buchhalter von Auschwitz handelt es sich nicht um einen Roman bei dem man über den Schreibstil oder die Entwicklung der Charaktere diskutieren kann. Es handelt sich nicht um ein Buch, dass man am Schluss auf irgendeiner Weise bewerten kann. Es handelt sich hier nicht um eine erfundene Geschichte, die man nach dem Lesen vielleicht wieder vergisst. Es ist ein Stück Geschichte, dass uns alle daran erinnern soll, was damals passiert ist und genau aus diesem Grund, sollte es jeder von uns gelesen haben.

cbj Jugendbuch - 224 Seiten - Ab 13 Jahren

Vielen Dank Bloggerportal und cbj Verlag für dieses Rezensionsexemplar

Kommentare

  1. Vielen Dank für diese Buchvorstellung! Das Buch hatte ich ncoh gar nicht auf dem Schirm. Ich lese sehr gerne (wenn man es denn so bezeichnen kann) Bücher rund um dieses Thema, weil ich finde, dass es wichtig ist, nicht zu vergessen. Schon gar nicht wenn man bedenkt, was zur Zeit wieder zunehmen so auf aller Welt und auch hier bei uns abgeht. Ich hatte vor kurzem erst "The Tattooist of Auschwitz" gelesen und bin daher direkt an dieser Rezension hängen geblieben. Aus diesem Blickwinkel habe ich noch nie ein Buch gelesen und werde es mir auf jeden Fall holen!.

    glg Franzi

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    1. Hallo Franzi

      Ich fand es sehr schwierig diese Rezension zu schreiben und habe versucht, meine Meinung so gut es geht zu verfassen! Ich finde es ebenfalls interessant über unsere Geschichte in Form von Romanen lesen zu können und werde auch ganz bestimmt nachschauen, um was es beim "The Tattooist of Auschwitz" geht.

      Ganz liebe Grüsse
      Denise

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