Rezension | Glück in den Fingerspitzen

256 Seiten | Romantik Verlag | 1.10.2015 | CHF 13.25 ; €14.90 | Einzelband

»Damals«, begann Naemi stockend. »Damals, als wir uns zufällig begegnet sind an Silvester.

Ich weiß auch nicht, weshalb ich es getan habe. Ich meine, ich habe den Abend genossen, wirklich. Ich hätte dir sagen können, dass ich eine Beziehung habe, aber aus einem unerfindlichen Grund habe ich es nicht getan.«

Naemis Welt ist scheinbar in Ordnung, bis ihre erste große Liebe Michael nach Jahren unverhofft in ihrer kleinen Bäckerei auftaucht. Die zufällige Begegnung mit Michael zeigt: Sie liebt ihn noch immer.

Naemi ist klar: Ben und sie würden in wenigen Wochen heiraten. Bevor sie jedoch mit Ben glücklich sein kann, muss sie mit ihrer Vergangenheit abschließen – und sich auf Gefühle und Erinnerungen einlassen, die nicht nur sie über all die Jahre verdrängt hat.

»Glück in den Fingerspitzen« ist eine berührende Geschichte über Liebe, Schmerz und Glücklichsein.

Gleich zu beginn beschreibt uns Naomi wie ihre wunderschöne Bäckerei aussieht und wo sich diese Befindet. Die Beschreibungen sind so liebevoll, dass man bereits nach wenigen Seiten weiss, dass diese Bäckerei ein sehr wichtiger Bestandteil von ihrem Leben darstellt. Ich hatte ständig den Duft von Cupcakes und Kuchen in der Nase, der Einstieg in die Geschichte war daher für mich wirklich gelungen. 

Geschrieben ist die Geschichte aus zwei verschiedenen Sichten, die von Naomi aber auch die von ihrer einstmals grossen Liebe Michael. Wichtig für die Leser war, mehr über deren Vergangenheit zu erfahren. Immer wieder wurde aus diesem Grund ein Abschnitt aus der Vergangenheit, ebenfalls aus beiden Sichten beschrieben, eingebettet. Diese Abschnitte lockerten die eigentliche Geschichte zwar auf und gaben uns entscheidende Hintergrundinformationen und doch fand ich sie manchmal zu lang und auch etwas langatmig. Schön an diesen Abschnitten war, dass man wirklich merkte, dass sich diese zwei Personen früher sehr nahe gestanden haben. Etwas, was mich an dieser Geschichte besonders gut gefallen hat waren die Kulissen, denn die Geschichte spielt in der Schweiz und es ist einmal etwas anderes wenn man gewisse Orte die Beschrieben werden schon selber gesehen hat. 

Die Liebesgeschichte zwischen Naomi und Michael hatte ihren Anfang zu deren Studienzeiten in Luzern und wie viele Liebesgeschichten in diesem Alter hat sie leider nicht all zu lange gehalten. In der Gegenwart des Buches hat Naomi einen neuen Freund namens Ben und scheint mir ihrer Bäckerei überaus glücklich zu sein, biss sie Michael zufälligerweise wieder begegnet und alle Erinnerungen wach gerufen werden. 

Die Protagonisten waren mir sehr sympatisch auch wenn beide einige Eigenschaften haben die ich persönlich nicht nachvollziehen kann. Dass Naomi alle schlechten Eigenschaften in ihrem Leben einfach akzeptierte, war für mich unerklärlich und auch die lustlosen Momente von Michael waren etwas nervig. Alles in allem haben aber beide einen Platz in meinem Herzen gefunden. 


Glück in den Fingerspitzen war zwar eine unterhaltsame Geschichte für Zwischendurch, ihr fehlte jedoch die Tiefe um mich zu begeistern. Nicht alle Aspekte der Geschichte waren vorhersehbar und doch wusste man nach wenigen Kapiteln bereits wie ihre Entscheidung schlussendlich ausfallen würde. Zusätzlich zu der Vorhersehbarkeit fand ich das Ende etwas Schwach, denn es war für meinen Geschmack viel zu offen, es war ein Ende, dass sehr Wahrscheinlich nicht lange in meiner Erinnerung bleiben wird.

3/5 Punkte für die Story und den Schreibstil
2.5/5 Punkte für die Spannung
3.5/5 Punkte für die Charaktere 
3.5/5 Punkte für die Gestaltung



Ich bedanke vielmals bei Lovelybooks für dieses wunderbare Rezensionsexemplar aber auch für die organisierte Leserunde! Es war wieder einmal super sich mit anderen Lesern austauschen zu können. Natürlich gilt mein Dank auch dem Verlag für die zur Verfügung gestellten Leseexemplare.










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